| Meine Krankheitsgeschichte - Der Erstbefund |
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Mein Befund war damals ein pT1-G3 Tumor. Als mir der Chefarzt diesen Befund erklärte, brach ich zusammen. Es kam hinzu, dass an diesem Tag die Trauerfeier für meinen Bruder stattgefunden hatte. Er war mit 50 Jahren an einer schweren und langwierigen Krankheit verstorben. Er gab mir etwas Trost und Hoffnung mit. Ich wurde zur Genesung der Blase für 4 Wochen nach Hause geschickt. Ich war mit meinem Motorrad zur Klinik gefahren und so fuhr ich auch zurück. Auf halber Strecke versagte der Motor. Ich wusste gleich, was es war. Das Benzin war alle. Ich hatte gedacht, es reicht noch. Also schob ich die Maschine einen Kilometer weit, bis zur nächsten Tankstelle. Ich lächelte, wegen dieses Missgeschicks. Nach dem Tanken fuhr ich noch einen kleinen Umweg über die Felder und Lübars, bis ich schließlich zu Hause ankam. Ich erzählte meiner Familie den für mich schlechten Befund und dass ich in vier Wochen erneut zu einer TUR ins Krankenhaus müsse. Ich erklärte meinen Befund, pT1-G3: P = pathologischer Befund T1= oberflächlicher Tumor G3= aggressivste Krebsart Ich erzählte, dass bei der 2. TUR die gesamte Blase nach weiteren Tumoren und Veränderungen abgesucht wird und man sehen will, ob der Tumor restlich entfernt wurde, oder noch eine weitere Behandlung nötig werden würde. Auch eine komplette Entfernung der Blase könne möglich sein. Ich beschwichtigte sie, dass bei mir es bestimmt nicht so schlimm kommen würde, denn ich sah ihre besorgten Gesichter. Selber hatte ich Furcht vor dem nächsten Befund. Mein Urologe schrieb mich weiter krank. Bis zum nächsten OP-Termin, zu dem er mich gleich anmeldete. Er meinte, wir warten das Ergebnis der TUR ab und beginnen eventuell dann mit einer BCG-Behandlung. BCG sind abgewandelte Tuberculus-Bakterien, die lokal in die Blase eingeführt nur dort wirken und das Immunsystem stärken und so die Krebszellen zerstört werden. Diese Behandlung dauere ein bis drei Jahre. In dieser Zeit werden zur Kontrolle alle drei Monate Blasenspiegelungen vorgenommen. Von der Möglichkeit, dass ich die Blase verlieren könnte, wollte er vorerst nichts wissen. Ich war zunächst beruhigt. Trotzdem schaute ich mir im Internet einige Artikel über Blasenkrebs an. Die Stellen, wo über eine Entfernung der Blase geschrieben wurde, vermied ich jedoch. Ich wollte mich nicht negativ beeinflussen lassen. Heute weiß ich, dass ich dieses Thema anfangs verdrängt hatte, nicht an mich heran lassen wollte. Nach etwa zwei Wochen war auch der leiseste Schmerz beim Wasserlassen vergangen. Ich beobachtete aber jedes Mal argwöhnisch, ob irgendwelche Veränderungen eintrafen, die vielleicht einen erneuten Tumor ankündigten. Bis drei Tage, bevor ich wieder ins Krankenhaus musste, war auch alles normal, so wie früher. Dann wurde der Harn dunkler und einmal kam auch wieder ein kleines Stück heraus. Insgeheim dachte ich an einen erneuten Tumor, verdrängte es aber und erzählte davon keinem. Meine Stimmung wurde immer bedrückter, je näher der Termin der OP rückte.
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