| Meine Krankheitsgeschichte - Die 2. TUR |
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Nur missmutig ging ich ins Krankenhaus. Dort angekommen, wurden die OP-vorbereitenden Untersuchungen gemacht. Auch eine Sonografie wurde vom Stationsarzt durchgeführt, um zu sehen, ob sich bereits ein erneuter Tumor gebildet hatte. Vorab hatte ich dem Arzt gesagt, ich hätte das Gefühl, es wäre ein neuer da. Und so war es dann auch. In der Blase hatte sich in den vier Wochen ein neuer Tumor an der gleichen Stelle wie der alte gebildet, der bereits so groß war, wie die Kuppe des Kleinen Fingers. Der Arzt meinte zwar, es könne auch noch ein alter, bei der ersten TUR übersehener Tumor sein, aber ich sagte ihm, dass dies genau die alte Stelle sei und ich nach der letzten TUR keinen weiteren Tumor gesehen hatte. Nein, dies war ein neuer. Es ist sehr ungewöhnlich, dass ein Tumor dermaßen schnell nachwächst, wie bei mir, aber außergewöhnlich ist auch, dass ich mit 47Jahren bereits an Blasenkrebs erkrankt bin. Es gibt halt immer ungewöhnliche Fälle. Und ich musste mich langsam damit abfinden, einer davon zu sein. Leichter gedacht, als getan. Ich war doch ziemlich erschüttert. Ich musste mich also doch mit dem Gedanken an eine vollständige Entfernung der Blase vertraut machen. Aber ein wenig Hoffnung gab es ja noch. Noch stand mir die zweite TUR bevor. Vielleicht würde dort ja jedes Krebsgewebe entgültig entfernt und nach einer BCG-Behandlung war alles überstanden und der Krebs besiegt. In dieser Situation hielt ich mich an jedem noch so brüchigen Strohhalm fest. Nach der zweiten TUR, den Tag nach der OP, traf ich den Chefarzt auf dem Weg zur CT. Er teilte mir mit, dass er die feingewebliche Untersuchung nicht abzuwarten braucht. Bei der TUR habe er einen erneuten Tumor entfernt, der an der gleichen Stelle, wie der alte gewachsen war. Er hat es noch nicht erlebt, dass ein Tumor in so kurzer Zeit so schnell nachwächst. Ich solle mich darauf einstellen, dass die Blase entfernt werden muss. Mein Harnröhren-Katheter störte mich und so fragte ich ihn, wie lange ich ihn noch bräuchte. Er führte mich in ein Zimmer, sagte mir, ich solle tief Luft holen, und schon war er heraus. Ich war fertig und dachte nur, warum ich, warum passiert das ausgerechnet mir... Er brachte mich zur CT. Ich war an einem Tiefpunkt angelangt und hatte Furcht vor dem Befund der CT. Was ist, wenn der Krebs schon in anderen Organen ist? Meine Chancen mit dem Leben davon zu kommen, waren dann sehr gering. Wie würde ich dann mit dem nahenden Tod fertig werden? Nach der CT kam der dortige Chefarzt zu mir und gab mir den Befund, das alles in Ordnung ist, keine Metastasierungen in den Organen und keine Veränderungen in den Lymphknoten. Ein riesiger Stein in meiner Brust und auf meiner Seele viel zu Boden und zerplatzte wie eine schwarze, übelriechende Lavablase und Tränen des Glücks rannen mir die Wangen herunter. Er nahm mich in den Arm und fragte besorgt, was los wäre. Ich konnte vor Rührung kaum reden, stammelte nur, dass ich jetzt weiß, dass ich weiterleben darf und das mir jetzt eine große Last genommen ist.
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