| Meine Krankheitsgeschichte - Die OP und die Tage danach |
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14.8.02 (Mittwoch) – OP-Tag Um 8.00 Uhr wurde ich schon zur OP abgeholt, um zu 9.00 Uhr (OP-Beginn) vorbereitet zu sein. Die OP dauerte bis 16.30 Uhr (Veranschlagt war eine Zeit zwischen 6 bis 8 Stunden). Während der OP wurde die gesamte Blase entfernt, die gesamte Prostata, die Samenbläschen, die Lymphknoten des Beckens und der Wurmfortsatz am Blinddarm. Außerdem wurde ein 70cm langes Stück Dünndarm entnommen, um daraus eine Neoblase zu formen und einzusetzen. Die Neoblase wurde zur Heilung erst einmal stillgelegt, d.h. es wurden zwei Harnableitungen über die Nieren gelegt. Zwei Ableitungen von der Neoblase aus wurden gelegt. Ich bekam von alledem nichts mit. Die Ärzte kamen danach oft, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen. Ich wurde auf die Operative Intensiv-Station verlegt. Dort bekam ich meine restlichen Blutkonserven, Infusionen, Spülungen und Medikamente über einen Zugang der Halsschlagader. Stündlich wurden die Vitalwerte genommen, auch Nachts. Ich schlief minütlich und war sehr benommen. 15.8.02 (Donnerstag) – 1.Tag nach OP Morgens 7.30 Uhr volles Programm: Ich musste mich aufsetzen, fand es unmöglich, schaffte es aber. Dann hinstellen, sehr wackelig, meine Beine waren aus Gummi. Jetzt schnell in einen Stuhl mit Lehnen und Polstern. Ich war geschafft. Welche Anstrengung für den Körper ! Und das Gleichgewichtsgefühl hatte sich auch noch nicht eingestellt. Ich wusch mich, putzte mir die Zähne und rasierte mich. Inzwischen hatte ich einen Fernseher bekommen. Die Krankengymnastin kam und massierte mir den Rücken. Anschließend sollte ich aufstehen, um einige Schritte zu laufen. Die Knie gaben nach und beinahe hätte ich auf der Erde gelegen. Die Krankengymnastin war entsetzt. Schuld daran waren Schmerzmittel, die ich kurz vorher bekommen hatte. Ich musste erst mal wieder ins Bett, in das ich mich gern zurückzog. Alles war so schwer und anstrengend geworden. Ich schlief, als sie erneut kam. Ich lief zwei - drei Schritte und gab darauf acht, die Knie durchzudrücken. Ich war total fertig und sie überhaupt nicht zufrieden. „Sie müssen mehr trainieren, wenn sie wieder auf die Beine kommen wollen“, sagte sie. Ich sah viel fern, schlief immer wieder ein und war sehr interessiert daran, wie die Intensiv-Behandlung funktionierte. Ich kannte die einzelnen Zugänge und was mit ihnen geschah und die Ableitungen, Sonden und Katheter und deren Funktionen. Ich war noch sehr erschöpft und schlief viel. Nachts wieder minütlich. Es war so laut auf der Intensiven. 16.8.02 (Freitag) – 2.Tag nach OP Trotz des minütlichen Schlaf in der Nacht war ich ausgeruht und fühlte mich frisch. Ich stand wieder auf, es ging diesmal besser. Meine Mutter kam um 13.00 Uhr zu Besuch und freute sich, mich schon so munter zu sehen. Ich hatte den Tag zwar nur 2 Stunden im Stuhl ausgehalten und war kaputt, aber es ging mir besser. Meine Werte waren alle stabil. Als sie ging, war ich geschafft. Anstrengend, so ein Besuch. Ich schlief beim Fernsehen ein. Am Nachmittag kamen Marion und Nicole. Ich fühlte mich nicht so besonders, bekam Schmerzen und Sodbrennen, die behandelt werden mussten. Sie staunten, dass ich bereits essen durfte. Zwar nur Magermilchjoghurt, aber es war ein Anfang. Ich bekam etwas Temperatur, die am Abend noch auf 39°C stieg. Mir war schlecht, ich hatte Blähungen. Und ich hatte wieder eine unruhige Nacht vor mir. 17.8.02 (Samstag) – 3.Tag nach OP Das Fieber war weg. Nachdem ich gewaschen war und gefrühstückt hatte, kam die Krankengymnastin, diesmal mit Verstärkung. Sie staunte Bauklötze, als ich mit beiden den ganzen Flur der Intensivstation abging und dabei noch scherze. Der Stationsarzt beschloss mit meinem Chefarzt, mich am nächsten Tag zurück auf die Urologie zu verlegen. Ich war begeistert. Denn meine Mobilität wurde damit verbessert. Die Zugänge der Hände wurden entfernt. Sie waren dick angeschwollen. Besonders der linke Unterarm und die Hand. Mit dem linken Arm würde ich noch eine Weile Probleme haben. 18.8.02 (Sonntag) – 4.Tag nach OP Auf der Intensivstation wurde ich noch mal durchgecheckt. Alle Werte waren bestens und man bereitete mich auf die Verlegung auf die Urologie vor; Zugänge wurden stillgelegt; die Apparaturen abgeschaltet. Gegen Mittag war ich auf der Urologie. Ich musste noch einen Tag lang liegen, um die letzte Infusion zu leeren. Die Ausscheidungs-Beutel nervten. Sie konnten nicht am Bett befestigt werden, gingen kaputt. Sie wurden durch kompatiblere ausgetauscht. Mit dem Stationspfleger Christo probierte ich einiges aus, was meine Mobilität erleichterte. Er war auch der Erste, der meinen linken Arm behandelte. Er wurde hoch gelagert und gekühlt. Ich war etwas enttäuscht, dass ich nicht gleich aufstehen und rumlaufen konnte. Ich hatte Schmerzen im Bauch, Blähungen und Völlegefühl, keinen Appetit, aß aber wenigstens einen Fruchtjoghurt. Stuhlgang war nur unter Schmerzen möglich und manchmal kam dann auch nur ein Pups. Am Nachmittag bekam ich Besuch von meiner Familie. Sie hatten mich noch auf der Intensivstation gesucht und waren sehr erfreut, dass ich schon auf der Urologie lag. Alle brachten ein Bild von sich mit und ich bekam ein schönes Blumengesteck.
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