Schlagzeilen

Vorstand der Selbsthilfe Harnblasenkrebs e.V.:

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Früherkennung von Blasenkrebs durch neuartigen Farbleuchtstoff: PDF Drucken E-Mail

Körpereigener Farbstoff und violettes Licht machen Krebsbefall in der Blasenwand sind jetzt fast immer sichtbar.

Aktueller Stand in der Diagnostik der Blasenkrebses

Ein Patient, der heute an Blasenkrebs erkrankt, muß mit einer Wahrscheinlichkeit von über 80% damit rechnen, daß auch nach einem operativen Eingriff bösartiges Tumorgewebe aggressiv nachwächst. Der Blasenkrebs steht damit unter den Krebserkrankungen weltweit an sechster Stelle. Ca. 16000 Menschen sind allein in der Bundesrepublik jährlich von dieser bösartigen Gewebeveränderung betroffen. Die wichtigste Untersuchungs-Methode des Urologen bei der Erkennung und Nachsorge des
Blasenkrebses ist die Spiegelung der Blase (Cystoskopie). Der Arzt ist bei diesem Verfahren allein auf sein geübtes Auge angewiesen. Ein zentrales medizinisches Problem ist, dass sich einige krankhafte Gewebeveränderungen der Blasenwand mit dieser Untersuchungsmethode überhaupt nicht erkennen lassen.
Tatsache ist auch, daß noch im Anfangsstadium befindliche Krebsgeschwulste vom Urologen bei der herkömmlichen Blasenspiegelung übersehen werden. Dies hat zur Folge, daß selbst
nach operativer Entfernung des eigentlichen Tumores noch bösartiges Gewebe in der Blase vorhanden sein kann, das nicht erkannt wurde und im Organ weiterwächst.

Neuartige Verfahren zur Entdeckung von Blasentumoren

Mit einer ganz neuen Untersuchungsmethode ist es jetzt möglich, krebsbefallene Flächen der Blasenwand von großen Tumoren hin bis zu kleinsten Geschwulsten für das bloße Auge des Arztes sichtbar zu machen. Dazu wird der körpereigene Farbstoff "ALA" (Abkürzung für Aminolävulinsäure) mittels Katheter in die Blase des Patienten eingespült. Während einer zwei-bis dreistündigen Einwirkungszeit reichern sich die krebsbefallenen Gewebeteile der Blase intensiv mit der Substanz an. Bei der anschließenden Blasenspiegelung treten die erkrankten Partien leuchtend rot hervor, sobald sie mit violettem Licht bestrahlt werden.

Dieses Verfahren, durch den Einsatz einer speziellen Lichtquelle bei der Blasenspiegelung vorhandenes Tumorgewebe gewissermaßen aufleuchten, sprich: "fluoreszieren" zu lassen, gibt die Behandlungsmethode die medizinische Fachbezeichnung "Fluoreszenzcystoskopie". Die Wirksamkeit in der Aufdeckung von Tumorgewebe liegt bei diesem neuartigen Verfahren bei über 90%. Seine hohe Zuverlässigkeit erlaubt es sogar, auf prophylaktische Gewebeproben bei Krebsverdacht zu verzichten, denn das Fluoreszieren von Teilen der Blasenwand zeigt eindeutig an, ob bösartige Areale vorliegen oder nicht. Da mit Hilfe von ALA auch kleinste Tumorabsiedlungen bei Nachsorgeuntersuchungen von Blasenkrebspatienten entdeckt und entfernt werden können, sinken die Risiken des Wiederbefalls durch Krebs und des Tumorwachstums.

Praktische Anwendung der ALA-Methode in deutschen Kliniken

Ergebnisse einer an mehreren Kliniken durchgeführten Studie belegen, dass nach der ersten Operation doppelt so viele Patienten wie zuvor tumorfrei waren, wenn die Fluoreszenzcystoskopie mit ALA angewendet worden war. Ernsthafte Nebenwirkungen der Substanz sind bislang nicht aufgetreten.

 

Vorgestellt von der Kommunikationsgemeinschaft urologischer Belegärzte.

Quelle: www.urologen.net

 
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