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Blasenkrebs bei Frauen: die unterschätzte Gefahr
Rauchen gefährdet Frauen stärker als Männer
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Rauchen gefährdet Frauen stärker als Männer

Noch erkranken an Blasenkrebs dreimal so viele Männer wie Frauen. Das wird sich wahrscheinlich bald ändern. Denn der wichtigste Risikofaktor für Blasenkrebs ist das Rauchen. Hier haben Frauen in den letzten Jahrzehnten gewaltig aufgeholt. „Inzwischen raucht schon fast jede dritte Frau“, so Lüdecke. „Es ist anzunehmen, dass deshalb immer mehr Frauen an Blasenkrebs erkranken werden.“ Rauchen scheint in Bezug auf Blasenkrebs für Frauen sogar gefährlicher zu sein als für Männer. In einer Veröffentlichung des amerikanischen National Cancer Institutes wird bei ihnen ein bis zu doppelt so hohes Risiko beschrieben wie bei rauchenden Männern – die gleiche Zigarettenzahl vorausgesetzt.3 Für die Gefährdung spielt es übrigens keine Rolle, ob Man/Frau normale oder „light“-Zigaretten raucht und mit oder ohne Filter qualmt. Französische Urologen um Professor Chopin haben in einer Studie an 257 Tumorpatienten nachgewiesen, dass bei aktiven Raucherinnen und Rauchern zum Zeitpunkt der Diagnosestellung eines Harnblasentumors bereits ein höherer Tumorgrad und ein prognostisch ungünstigeres Tumorstadium vorliegt als bei Nichtrauchern.4

Ein weiterer Risikofaktor kommt ebenfalls verstärkt bei Frauen zum Tragen: Haarefärben. Wer regelmäßig einmal im Monat mit dauerhaften Mitteln seine Haare färbt, verdoppelt sein Blasenkrebsrisiko. Werden die Substanzen mehr als 15 Jahre lang angewendet, ist die Gefahr sogar dreimal so hoch. Besonders gefährlich scheinen dunkelbraune und schwarze Farbtöne zu sein.5 Frisörinnen und Frisöre, die länger als zehn Jahre in ihrem Beruf arbeiten, haben ein etwa fünffach erhöhtes Risiko.

Symptome bei Frauen oft fehlgedeutet

Blasenkrebs geht also auch Frauen an. Patientinnen und Ärzte müssen die Symptome kennen, mit denen sich die Krankheit bemerkbar machen kann. Dazu gehören Schmerzen beim Wasserlassen, ungewöhnlich häufiger Harndrang trotz nur kleiner Urinmengen und Blut im Urin. Leider können alle diese Symptome aber auch bei einer Blasenentzündung auftreten. Weil Frauen relativ häufig an Blasenentzündungen leiden, besteht die Gefahr, dass die Beschwerden zunächst falsch eingeordnet und falsch behandelt werden. So vergeht wertvolle Zeit, bis die korrekte Diagnose gestellt und eine wirksame Therapie in die Wege geleitet wird. In einer amerikanischen Studie mit 184 betroffenen Patientinnen und Patienten war der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bei Frauen wesentlich häufiger bereits in tiefere Schichten der Blasenwand eingewachsen als bei Männern.6 Hat sich die Krankheit erst einmal so weit ausgebreitet, sinken die Heilungs- und Überlebenschancen deutlich. Aus Deutschland gibt es bislang keine entsprechenden Studien. Einen indirekten Hinweis könnten allerdings Daten des Robert-Koch-Instituts liefern. Danach haben Frauen mit Blasenkrebs eine etwas schlechtere Prognose als Männer.7

Wer Angst hat, Blasenkrebs-gefährdet zu sein, sollten seinen Arzt darauf ansprechen. Dieser kann Auskunft darüber geben, ob ein Urintest auf Blasenkrebs sinnvoll ist. Detlef Höwing vom Selbsthilfe-Bund Blasenkrebs empfiehlt insbesondere Raucherinnen und Rauchern, die älter als 50 Jahre sind, sich entsprechend untersuchen zu lassen.

Dr. Lüdecke unterhält zum Thema Blasenkrebs im Internet eine Informationsplattform ( www.blasenkrebs.net ). Hier lässt sich in der Rubrik RisikoCheck mithilfe eines interaktiven Formulars überprüfen, ob ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs bestehen könnte. Der RisikoCheck ist für alle Nutzer frei zugänglich.

Quellen:

  • Lüdecke G. et al: European Association of Urology Congress, EAU-Wien, 2004
  • Shariat S, Lüdecke G. et al: The Journal of Urology 2005; 173: 1518-1525
  • Castelao JE et al.: J Natl Cancer Inst. 2001; 93: 538-545
  • Chopin KD et al: American Association of Urology Congress,
  • AUA-San Francisco, 2004
  • Gago-Dominguez M et al.: Int J Cancer 2001; 91: 575-579
  • Vaidya A et al.: J Urol. 2001; 165: 65-66
  • Robert-Koch-Institut, Krebs in Deutschland, 2004

Pressemitteilung der Selbsthilfe Harnblasenkrebs e.V.,
MasterMedia, Frau Dr. von der Lage, vom 22.7.2005



 
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